Ein gutes Jahr

Falls ihr mal in die Verlegenheit kommt mit der Fähre nach Mallorca fahren zu müssen/wollen, solltet ihr kurz vor Toulon inne halten - und am besten ein paar Tage dort verweilen:

In der Provence könnt ihr euch nämlich auf die Spuren von Russell Crowe begeben und die wunderschönen Drehorte von Ridley Scotts "Ein gutes Jahr" besuchen!




Ein gutes Jahr – Auf den Spuren von Russell Crowe in der Provence
(Geschrieben von Madeline Vidak für Travelbird.de - aber leider nicht mehr zum Verlinken online, so dass wir dem schönen Text hier eine neue Heimat geben)

Salut Ihr Lieben

Wer von euch hat den Film “Ein gutes Jahr” gesehen? Alle, die sich jetzt denken “Hmm, nein kenne ich nicht”, sollten dies unbedingt nachholen! Der Film aus dem Jahre 2006 von Regisseur Ridley Scott, welcher in der Provence spielt, gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Jedes Mal, wenn der Abspann läuft, breitet sich ein seeliges und rundum zufriedenes Gefühl in mir aus. Der Film spricht von so vielen Dingen, die meiner Meinung nach ein glückliches Leben ausmachen: Witz, Romantik, ein wenig Chaotik, guter Wein, Sonne und wertvolle Momente mit den Menschen, die uns am nächsten stehen! Koffer packen und ab in die Provence… Bon voyage!

Provence-Rundreise bei DERTOUR

Da meine Eltern und mein Bruder ebenfalls große Fans des Filmes sind, beschlossen wir vor einigen Jahren, der Provence einen Besuch abzustatten, da uns Russell Crowe und Marion Cotillard (die beiden Hauptdarsteller des Filmes) davon überzeugt hatten, dass dies ein Ort sei, den man einmal mit eigenen Augen gesehen haben muss. Unsere Unterkunft befand sich auf einem Weingut in Bras, welches eine deutsch-französische Familie gekauft und in einen traumhaften Rückzugsort für einen entspannten Urlaub verwandelt hatte. Es nennt sich “Une Campagne En Provence” und bot uns den perfekten Ausgangspunkt für mehrere Ausflüge in die Umgebung und natürlich zu einigen der Drehorte des Films.

Une Campagne En Provence bei Booking.com

Größtenteils diente Bonnieux als Drehort. In der Nähe befindet sich das Château la Canorgue, welches im Film das Wohnhaus von “Onkel Henry” verkörpert, dort stellte er den geheimnisvollen Wein “Coin Perdu” her, mit welchem er reich wurde. Der Garten und der Weinkeller des Gutes können heute von Touristen besucht werden, das Haupthaus, in welchem die Familie wohnt, darf allerdings nicht betreten werden. Hier spazierte ich mit meiner Familie durch die wunderschöne Parkanlage, vorbei am Teich, durch mit Weinreben verzierte Bögen und kosteten den leckeren Wein. Von hier aus hatten wir einen tollen Ausblick auf das Luberon-Gebirge und eine Flasche des “Coin Perdu” musste natürlich auch mit!



Auf zu Fanny’s Bistro nach Gordes

Ein ganz besonderes Highlight für mich war die Stadt Gordes. Diese befindet sich auf einem Felsen und wird im Film gezeigt, als “Max Skinner” von London nach Frankreich reist, um das Erbe seines Onkels anzutreten. Hier wurden unter anderem die Szenen in Fanny’s Bistro gedreht. Das Café erfreut sich heute großer Beliebtheit, denn es befindet sich am Kreisel direkt in der Innenstadt. Durch Gordes zu laufen war ein Traum. Torbögen, Tunnel, enge Gassen, Straßenmusik und der Duft von leckeren Crèpes mit Schokolade in der Nase. Jedes Mal wenn ich mich auf die Zehenspitze stellte und über die Stadtmauern blickte, konnte ich die Schönheit von der umliegenden Landschaft kaum fassen. In der untergehenden Abendsonne sieht meiner Meinung nach auch alles gleich viel schöner aus.


An diesem Abend gönnten wir uns ein leckeres französisches Abendessen in einem Restaurant, welches über die Treppen in einem Turm zu betreten war. Das Essen war ein wahrer Gaumenschmaus und das Ambiente war typisch französisch herrlich. Wir saßen auf der Terrasse und blickten in den Sonnenuntergang bei einem guten Glas Rotwein. Auf dem Rückweg machten wir einen Zwischenstopp in Roussillon, besuchten ein wohlduftendes Seifengeschäft und bestaunten den Ockersteinbruch am Rande der Stadt.





Die romantische Rendevous-Szene wurde in Cucuron gedreht. Dort entdeckten wir schon nach wenigen Minuten Spaziergang durch die Stadt den großen Teich, der sogenannte “Bassin”, welcher von riesigen 200 Jahre alten Bäumen gesäumt ist. Wir machten unzählige Stopps in den vielen kleinen Parfümerien und Seifen-Lädchen, denn was wäre schon ein Urlaub in der Provence ohne Mitbringsel, die aus Lavendel-Säckchen bestehen? Von Cucuron aus kann man zum höchsten Punkt von Luberon gelangen – dem Mourre Nègre. Der Berg ist 1125 m hoch und auf seiner Spitze befindet sich ein Sendemast. Die Aussicht von hier aus ist einfach fantastisch!



Auf unserem Weg von Cucuron nach Cotignac passierten wir natürlich auch einige Lavendelfelder. Der Duft, der einem hier entgegenströmt ist überwältigend. In Cotignac angekommen, setzten wir uns in ein Café und genossen leckeren Café au lait und ein Stückchen Tarte au Chocolat. Die Häuserfassaden in der Stadt sind alle sehr warm – Sand- und Terracotta-Töne gepaart mit Efeu und jeder Menge Blumen vor den Fenstern. Hier hatte ich so richtig das Gefühl, in Frankreich zu sein. Alles sah so “provencialisch” aus und ich fühlte mich rumdum wohl, vor allem als wir uns an den Brunnen “Les Quatres Saison” setzten und das bunte Treiben der Stadt beobachteten.





Die Weinstraße bis nach Bormes-les-Mimosas

An einem unserer letzten Tage beschlossen wir runter nach Bormes-les-Mimosas zu fahren. Auf dem Weg machten wir auch einen Stopp in Aix-de-Provence. Die Stadt lohnt auf jeden Fall zu einem Besuch – die geschäftigen Straßen, Shoppingmöglichkeiten und Märkte bieten noch einmal einen Kontrast zu den etwas ruhigeren Dörfern inmitten des Luberon-Gebirges.

Zwischenstopps, die zwar nicht unbedingt eingeplant waren, uns aber mehr als 5 Stunden unserer Reise kosteten, waren die verschiedenen Weingüter, die uns auf dem Weg immer wieder entgegenkamen. Manche Einfahrten waren so imposant, dass ich mir sicher war, am Ende des Weges würde uns ein Millionen-Schloss erwarten. Die Franzosen reden sehr gerne über Ihren Wein, so verbrachten wir viel Zeit damit, den edlen Tropfen zu kosten, uns über die Geschichte des Weingutes zu informieren und die ein oder andere Kiste mit in den Kofferraum zu packen (mein ganz persönlicher Tipp: der Rosé Fruité vom Domaine de Cantarelle in Brue-Auriac – fruchtig, leicht und wunderbar!)

Kulinarische Provence-Rundreise bei DERTOUR

In Bormes-les-Mimosas angekommen konnte ich quasi schon das Meer riechen, denn die Stadt ist nur wenige Kilometer von der Côte d’Azur entfernt. Der Name bestand vor 1968 nur aus “Bormes”- “les Mimosas” wurde danach angehängt, um die vielen schönen Blumen, Büsche und Bäume, die die Stadt schmücken, zu zelebrieren. Durch die Gassen der Stadt zu laufen ist tatsächlich so, als würde man sich immer wieder inmitten eines privaten Gartens befinden. Je höher man schlendert, desto mittelalterlicher wird es. Die alten Häuserfassaden versprühen einen Charme längst vergangener Zeit.

Im Wein liegt Wahrheit :)


Alles in allem war es ein traumhaft schöner Urlaub, danke Ridley Scott! Das französische Essen, der köstliche Wein und die Landschaft der Provence haben mich sofort überzeugt. Fernab vom Trubel der Stadt, war der schönste Moment der Reise für mich nach einem langen Tag on the road im Garten unseres Ferien-Weingutes zu sitzen und in den Sternenhimmel zu blicken. In Bras sah ich zum ersten Mal klar und deutlich die Milchstraße – und alleine das war die Reise schon wert. Also, jetzt gibt es nur noch drei Dinge, die ihr tuen müsst: Film anschauen, Koffer packen und ab mit euch in die Provence! Lasst auf jeden Fall etwas Platz im Gepäck frei für leckeren Wein… mmmh, très bon!


Was wo liegt, könnt ihr hier in der Karte nachschauen